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Zwei Jahre Diesel-Gate Als der Skandal begann …

Heute vor zwei Jahren wurde in den USA einer der gr├Â├čten Betrugsskandale in der Autoindustrie aufgedeckt: Die US-Umweltbeh├Ârde EPA machte den Diesel-Skandal ├Âffentlich. Mehr als 20 Milliarden US-Dollar zahlte VW bisher.
Die Aufregung vor zwei Jahren war gro├č in den USA: „Atemberaubend“ sei das, was die amerikanische Umweltbeh├Ârde bei den Diesel-Fahrzeugen von VW entdeckt habe, „gelogen und betrogen“ habe VW, so die Moderatoren im Sender CNN und das alles sei „vermutlich erst der Anfang“.

Es war auch die moralische Fallh├Âhe: Denn jahrelang hatte Volkswagen in seinen Werbespots f├╝r „Clean Diesel“ geworben. Eben nicht nur Trucker und Pendler setzten auf Diesel, sondern in den USA gerade auch umweltbewusste Bildungsb├╝rger, die glaubten, ihr Diesel sei gut f├╝r den Klimaschutz. Joyce Ertel Hulbert war eine von ihnen: „Wir haben unseren VW-Kombi bewusst gekauft – weil er gut f├╝r die Umwelt schien, gering im Verbrauch ist und gut aussah. Und jetzt f├╝hlen wir uns get├Ąuscht“, berichtet sie damals.
300.000 Fahrzeuge zur├╝ckgekauft

Nur drei Wochen nach Bekanntwerden des Skandals musste der damalige USA-Chef von VW, Michael Horn, im US-Kongress Rede und Antwort stehen. Ihm blieb nichts anderes ├╝brig, als sich in den Staub zu werfen: Der Betrug sei das Werk einiger weniger Ingenieure bei VW gewesen, erkl├Ąrte Horn. Doch das bezweifelten die Kongressabgeordneten schon damals.

Auch das Schuldeingest├Ąndnis des damaligen VW-USA-Chefs Michael Horn konnte die US-Beh├Ârden nicht bes├Ąnftigen.
W├Ąhrend VW versuchte, seine Kunden und H├Ąndler zu beschwichtigen, ermittelten die US-Beh├Ârden unter Hochdruck. Im Herbst 2016 stellte sich der VW-Ingenieur James Liang freiwillig als Kronzeuge zur Verf├╝gung und lieferte wichtige Hinweise. Kurze Zeit sp├Ąter erkl├Ąrte sich VW bereit, die betroffenen Kunden, die H├Ąndler und die US-Bundesstaaten mit insgesamt 16 Milliarden US-Dollar zu entsch├Ądigen. Den Diesel-Fahrern wurde angeboten, ihr Fahrzeug zur├╝ckzukaufen oder es umr├╝sten zu lassen. Bis heute haben rund 300.000 Kunden das Angebot des R├╝ckkaufs angenommen: F├╝r einen Jetta aus dem Jahr 2009 gab es bis zu 14.000 Dollar; f├╝r einen 2015er Audi A3 mehr als 40.000 Dollar.

Besonders wichtig ist der strafrechtliche Vergleich mit der US-Regierung, den die damalige Justizministerin Loretta Lynch Anfang dieses Jahres verk├╝ndete: Insgesamt schon mehr als 20 Milliarden US-Dollar hat der Diesel-Skandal VW in den USA gekostet. Die zur├╝ckgegebenen Fahrzeuge stehen auf riesigen Parkpl├Ątzen bei Baltimore, in der N├Ąhe von Colorado Springs, in San Bernardino und in Detroit. Dort warten sie darauf umger├╝stet, recycelt oder einfach nur verschrottet zu werden.

Zwei VW-Mitarbeiter vor Gericht

Von den insgesamt acht in den USA angeklagten VW-Verantwortlichen halten sich sechs in Deutschland auf und m├╝ssen keine Auslieferung bef├╝rchten – darunter auch der fr├╝here Entwicklungschef Heinz-Jakob Neu├čer. Zwei „kleinere Fische“ m├╝ssen dagegen in den USA mit Gef├Ąngnisstrafen f├╝r den Diesel-Skandal b├╝├čen: Kronzeuge James Liang wurde trotz seiner Kooperation zu einer harten Strafe von drei Jahren und vier Monaten sowie 200.000 US-Dollar Strafe verurteilt. Sein Chef Oliver Schmidt, der Anfang des Jahres nach einem Florida-Urlaub in Miami verhaftet wurde, erf├Ąhrt seine Strafe am 6. Dezember: Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft.