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Truck-Sparte bremst Daimler schafft kaum noch mehr Gewinn

Truck-Sparte bremst Daimler schafft kaum noch mehr Gewinn

Eine Modelloffensive und die Aufholjagd in China haben Daimler zuletzt kräftig in Fahrt gebracht. Neue Impulse zu setzen, wird schwer. 2016 gelang ein weit geringerer Zuwachs, das Lkw-Geschäft bricht ein.

Die Zeiten stürmischen Wachstums sind für Daimler vorerst vorbei. Vergangenes Jahr schaffte der Autokonzern noch gerade ein Umsatzplus von drei Prozent auf 153,3 Milliarden Euro. Ebenso stark stieg der um Sonderfaktoren bereinigte Vorsteuergewinn (Ebit) auf 14,2 Milliarden Euro. 2015 war der Erlös noch um 15 Prozent in die Höhe geschossen. Auch der bereinigte operative Gewinn war in den beiden Jahren zuvor regelrecht um Raten von 36 und 27 Prozent explodiert. Unterm Strich verdiente der Konzern vergangenes Jahr 8,5 Milliarden Euro nach 8,4 Milliarden Euro im Vorjahr.

 Die Aktionäre von Daimler  haben am Donnerstagmorgen verstimmt auf die Zahlen des Autobauers für das Schlussquartal 2016 reagiert. Die Papiere fielen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss des Vortages um 1,46 Prozent auf 69,00 Euro.

Der Absatzspurt in China, mit dem Daimlers Pkw-Tochter Mercedes-Benz den dortigen Markt stärker besetzen konnte, und eine ganze Reihe neuer Modelle hatten den Stuttgarter Konzern in den Vorjahren angetrieben. Mercedes feierte daher sogar, die Kontrahenten BMW und Audi abgehängt zu haben. Nun kommt das starke Wachstum auf Normalmaß zurück und die Frage auf, wie Daimler-Chef Dieter Zetsche nun noch etwas drauflegen will.

Neue Ideen dürften schon allein nötig werden, weil die Lkw-Sparte des Unternehmens schwächelt. 2016 belastete ein Gewinneinbruch im Nutzfahrzeuggeschäft die Bilanz. Die Flaute am Lkw-Markt in den USA und die anhaltende Marktschwäche in Brasilien ließ das bereinigte Vorsteuerergebnis der Sparte um ein Viertel absacken. Für 2017 rechnet Daimler mit einem weiteren Rückgang.

Zugleich wächst das Pkw-Geschäft zwar noch gut, der Absatz stieg um zehn Prozent auf 2,2 Millionen Autos weltweit. Im Vorjahr gelang aber noch ein Plus von 16 Prozent. Der operative Gewinn legte kaum noch zu, dagegen schaffte Mercedes-Benz 2015 einen Zuwachs von 35 Prozent.

Vorsichtige Prognose

Entsprechend vorsichtig blickt das Management in die Zukunft. Für das laufende Jahr stellte Zetsche ein einstelliges Wachstum in Aussicht. Absatz, Umsatz und Vorsteuerergebnis sollen „leicht“ steigen. Das bedeutet beim Gewinn eine Spanne von 2,5 bis zehn Prozent – Analysten hatten ein Gewinnplus von knapp zehn Prozent erwartet.

Vorstandschef Zetsche sagte, Daimler habe so viel Finanz- und Innovationskraft wie nie, um neue Trends wie die Elektromobilität oder Vernetzung des Autos zu gestalten. Die Hauptsparte Mercedes-Benz Pkw soll dank neuer Modelle wie der E-Klasse deutlich wachsen. Im Lkw-Geschäft erwartet der Konzern dagegen einen leichten Gewinnrückgang.

 Daimler will für die neuen Trends in der Autoindustrie wie Elektromobilität und autonomes Fahren die Investitionen erhöhen. In diesem und im kommenden Jahr werde der Konzern mehr als 14 Milliarden Euro in Sachanlagen und mehr als 16 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung stecken, kündigte Finanzvorstand Bodo Uebber an.

Beschäftigte erhalten 5400 Euro Prämie

Die Beschäftigten von Daimler in Deutschland werden am Gewinn des Konzerns vom vergangenen Jahr mit jeweils 5400 Euro beteiligt. Die Erfolgsprämie gilt für die rund 130.000 Tarifmitarbeiter in Deutschland. Der Bonus liegt etwas unter dem des Vorjahres von 5650 Euro, da er sich nach dem operativen Gewinn richtet, ist aber immer noch der zweithöchste der Firmengeschichte.

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