Neuordnung der Marken: VW plant Umbau

Volkswagen steht vor einer Neuordnung. Bei Europas gr├Â├čten Autobauer soll die Zentrale verschlankt werden. Zudem ist eine st├Ąrkere Trennung von den T├Âchtern geplant. Auch pomp├Âse Feierlichkeiten vor Messen soll es nicht mehr geben.┬á Im Zuge des Abgas-Skandals plant Volkswagen einem Bericht zufolge eine umfassende Umstrukturierung. Bis Anfang kommenden Jahres solle die Zentrale st├Ąrker von den T├Âchtern getrennt und verschlankt werden, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise. Gespart werden soll demnach etwa im Ressort von Chefdesigner Walter de Silva, das j├Ąhrlich rund 100 Millionen Euro verschlinge. Abstriche werde es auch im Marketing geben. Wie die Zeitung weiter berichtet, sollen auch die „pomp├Âsen Partys am Vorabend der wichtigen Messen in Frankfurt, Genf und China“ gestrichen werden. Dadurch w├╝rden rund 24 Millionen Euro gespart. Tiefgreifendere Wirkung solle die bereits von VW-Chef Matthias M├╝ller angek├╝ndigte „Strategie 2025“ haben, die Mitte kommenden Jahres vorliegen soll, berichtet die Zeitung. Geplant sei eine Neuordnung der Pkw-Welt von Volkswagen. „Die Frage ist doch, was machen wir mit welcher Marke in welcher Region“, sagte ein Manager dem „Handelsblatt“ mit Blick auf die verschiedenen Marken Skoda, Audi, Seat und VW, die sich bei einigen Modellen gegenseitig Konkurrenz machen. „Die interne Rivalit├Ąt geht zulasten der Profitabilit├Ąt, und daher muss damit Schluss sein“, sagte der Manager dem Blatt. Intern wird dem Bericht zufolge mit Widerstand gegen das neue Konzept gerechnet: „Dass bei der Neuordnung der Markenarchitektur einige im Konzern vor den Kopf gesto├čen werden, ist unvermeidlich“, sagt eine andere F├╝hrungskraft dem „Handelsblatt“. Derweil droht VW im Abgas-Skandal eine Schadenersatzklage seiner Top-Investoren. Der Fonds Bentham Europe gab bekannt, sich dazu mit den wichtigsten 200 Aktion├Ąren des Autobauers in Verbindung gesetzt zu haben. Unter anderem wolle man vor Gericht in Braunschweig geltend machen, dass VW marktrelevante Informationen nicht zeitig bekanntgegeben habe. Bentham ist ein Gemeinschaftsunternehmen von IMF Bentham mit Sitz in Australien dem US-Hedgefonds Elliott Management und ist auf die Finanzierung von Klagen spezialisiert. Das Verfahren k├Ânnte dem Fonds zufolge bereits im Februar 2016 beginnen, zwei Jahre oder l├Ąnger dauern und bis zu zehn Millionen Euro kosten. Sollte man gewinnen, werde Bentham seine Kosten erstattet bekommen und 15 bis 30 Prozent der gewonnenen Summe erhalten. Bei einer Niederlage vor Gericht werde der Fonds dagegen nach dem Prinzip „no win, no fee“ kein Geld sehen. In den vergangenen sechs Wochen hat die VW-Aktie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.