Mercedes vs Ferrari: Formel 1 droht ein Spionage-Beben

Die Formel 1 ist in der Winterpause, Ruhe kehrt aber nicht ein. Neben den Scharm├╝tzeln zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg sorgt nun der Spionage-Zoff zwischen Mercedes und Ferrari f├╝r Aufregung. Er hat das Zeug f├╝r einen Skandal. Wer ist eigentlich Benjamin Hoyle? In der Formel 1 praktisch so gut wie nie in Erscheinung getreten, ist der Brite pl├Âtzlich in aller Munde. Der Ingenieur, der offiziell noch bis Ende des Jahres an Mercedes gebunden ist, soll w├Ąhrend seines Freistellungsjahres gegen die Auflagen seines Arbeitgebers versto├čen haben. Der Vorwurf: Spionage. Laut der Klageschrift, aus der Anfang der Woche mehrere Medien zitiert hatten, soll Hoyle im Besitz eines Ordners sein, der unter anderem einen Rennbericht vom Ungarn-GP 2015 sowie Daten ├╝ber Kilometerzahl und Sch├Ąden der Motoren beinhaltet. Der Ingenieur kenne auch einen Code, mit dem sensible und verschl├╝sselte Daten entschl├╝sselt werden k├Ânnen. „Die Handlungen nahmen bewusst in Kauf, dass das Vertrauensverh├Ąltnis zerst├Ârt oder zumindest stark besch├Ądigt wird. Herr Hoyle und m├Âglicherweise auch Ferrari haben sich einen illegalen Vorteil verschafft“, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg eine Passage aus der Anklageschrift ver├Âffentlicht. Seitdem sind immer mehr Details durchgesickert. Demnach habe Hoyle seinen Arbeitgeber schon am 21. Mai informiert, den bis Dezember 2015 laufenden Vertrag nicht verl├Ąngern zu wollen. Als die Silbernen dann mitbekamen, dass Hoyle zu Ferrari wechseln will, bekam er Auflagen f├╝r sein Freistellungsjahr – die er mit der Weitergabe der Daten klar missachtet hat. „Es gibt einen Rechtsstreit zwischen HPP (Power-Unit-Abteilung von Mercedes) und einem Angestellten, der das Unternehmen am Ende des Jahres verlassen wird. Das Unternehmen hat die angemessenen rechtlichen Schritte eingeleitet, um sein geistiges Eigentum zu sch├╝tzen. Wir bitten um Verst├Ąndnis, dass wir diese Sache nicht weiter kommentieren m├Âchten“, lautete das knappe Statement vom Werksteam, das nun betonte, zun├Ąchst nur gegen den Mitarbeiter und nicht gegen Ferrari zu klagen. „Es ist kein aggressives Vorgehen gegen ein anderes Team oder eine Organisation“, wird ein Mercedes-Sprecher von „Motorsport-Magazin“ zitiert. Diese Differenzierung k├Ânnte von zentraler Bedeutung sein, schlie├člich lehrt die Vergangenheit, dass Spionage-Skandale weitreichende Konsequenzen f├╝r eine F1-Saison haben k├Ânnen. Beim Fall zwischen McLaren und Ferrari im Jahr 2007 entschied das Gericht in Erster Instanz, dass sich mit McLarens Chefdesigner Mike Coughlan und Ferraris Teamkoordinator Nigel Stepney nur Einzelpersonen schuldig gemacht h├Ątten. Wenige Wochen sp├Ąter kamen allerdings immer mehr Details ans Tageslicht, die belegten, dass die McLaren-Teamf├╝hrung von der Spionage wusste. Die Konsequenz: Dem Team wurden alle Punkte in der Konstrukteurswertung f├╝r die Saison 2007 entzogen, zudem hagelte es eine Geldstrafe in H├Âhe von 100 Millionen Euro. Glaubt man den Aussagen des Mercedes-Sprechers, hat Ferrari erst einmal nichts zu f├╝rchten. Trotzdem scheinen sich die Verantwortlichen der Scuderia schon in Stellung zu bringen. Das Fachblatt „Autosport“ zitiert einen namentlich nicht genannten Unternehmenssprecher, laut dem zwar Gespr├Ąche mit Hoyle stattfanden, es aber keine Einigung gegeben habe. „Ferrari betont, dass Benjamin Hoyle niemals einen Vertrag mit dem Unternehmen hatte. Er wird in naher Zukunft also nicht zu uns sto├čen.“ Vertrag hin, Vertrag her – am Ende des Tages wird dieser Umstand nicht entscheidend daf├╝r sein, ob Mercedes doch noch gegen Ferrari vor den Kadi zieht. Sollte sich der Verdacht erh├Ąrten, dass Hoyle die internen Daten weitergegeben hat und die Teamf├╝hrung der Scuderia davon wusste, erwartet die Formel 1 ein ├Ąhnliches Erdbeben wie 2007. Ihr Team von autoankauf-de.de Autoankauf M├╝nchen