Ganz schön groß der Kleine

Der SUV-Boom hat längst die Kleinwagenklasse erreicht. Für alle, die niemals SUV fahren wollten, könnte der Mazda CX-3 eine Einstiegsdroge sein.

Rund 200.000 SUV sind in diesem Jahr bislang zugelassen worden, zeigen die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Jede zehnte Neuzulassung entfällt auf die Hochbeiner – Tendenz seit Jahren steigend. Doch es gibt auch viele Menschen, die sich mit diesem Trend nicht anfreunden können. Für sie ist der Mazda CX-3 eine Alternative, wie ein zweiwöchiger Test mit dem Mini-SUV bewiesen hat.

Es fängt schon bei der Außenansicht an. Mit 1,54 Metern Höhe duckt sich der Japaner flacher auf die Straße als manch anderer seiner Klasse, beispielsweise Opel Mokka oder Fiat 500X. Seine Länge von 4,28 Metern lässt ihn zu den größeren Exemplaren der Gattung Mini-SUV zählen. Wie die beiden genannten Wettbewerber wächst er damit in die Kompaktklasse – ein VW Golf ist 4,26 Meter lang.Anders als die Konkurrenz macht der Mazda allerdings nicht auf wuchtige Trutzburg. Die Designer haben dem Fünftürer stattdessen sportliche Eleganz im Stil des Mazda3 mitgegeben: eine hohe, geschwungene Gürtellinie und ein schräger Heckabschluss, bei dem typische Crossover-Insignien wie schwarze Kunststoff-Anbauteile wohldosiert eingesetzt werden. Die gefällige Gestaltung dürfte auch Menschen gefallen, die dem Pseudo-Offroad-Stil anderer SUV nichts abgewinnen können.Der elegante Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Das schlichte Armaturenbrett wird von runden Lüftungsdüsen eingerahmt, drei runde Knöpfe regeln die Klimatisierung, alles andere wird (ab der zweiten Ausstattungsstufe) über das sieben Zoll große Display in der Mitte und den Dreh-Drück-Steller zwischen den Sitzen bedient.

Das Raumgefühl vorn ist luftig, die Übersicht gut, und zugleich hat man nicht das Gefühl, auf einem Hochsitz fernab der Straße zu thronen. Hinten raus ist die Sicht allerdings bescheiden, was dem Design geschuldet ist. Eine Einparkhilfe bietet Mazda jedoch erst ab der zweiten Ausstattungsstufe und nur im Paket an. Für 1.000 Euro Aufpreis sind dann auch Sitzheizung, Licht- und Regensensor, DAB-Radio, abgedunkelte Scheiben und Spurhalteassistent dabei. Die Rückbank ist bequem, aber es geht etwas enger zu als vorn – immerhin ist der CX-3 mit dem Kleinwagen Mazda2 verwandt. Der Kofferraum ist mit 350 Litern ausreichend.

Unterwegs mit dem CX-3 könnte man fast vergessen, dass man in einem SUV sitzt. Er lässt sich flink und willig durch den Verkehr lotsen. Natürlich ist der CX-3 mit seiner auf Komfort ausgelegten Federung kein sportlicher Wagen. Doch die verbindliche, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung und der Zwei-Liter-Benziner im Testwagen machen ihre Sache bestens. Zur Leichtfüßigkeit trägt auch das dank Leichtbau relativ geringe Gewicht von 1,2 Tonnen bei.

Die 88 kW (120 PS) des Einstiegsbenziners reichen für die allermeisten Lebenslagen völlig, zumal der Motor seine Leistung über ein breites Drehzahlband zur Verfügung stellt. Übertragen wird die Kraft von einem Sechsganggetriebe. Optional ist eine Automatik erhältlich (1.600 Euro Aufpreis), doch auch die manuelle Box stellte uns zufrieden. Die Schaltwege sind zwar nicht besonders kurz, dafür jedoch geschmeidig und präzise.

Mazda stellt sich dem Trend zu Downsizing und Turbounterstützung entgegen und hält an Saugmotoren fest, aber dank besonders hoher Verdichtung ist der Verbrauch trotzdem relativ niedrig. Im zweiwöchigen Test kam der CX-3 ohne Spritsparbemühungen im Schnitt auf 6,8 Liter je 100 Kilometer. Das ist kein Spitzenwert, aber im Wettbewerbsvergleich angemessen und noch in akzeptablem Abstand vom Normwert: Mazda gibt 5,9 Liter an.

Die Preise für das Mini-SUV beginnen bei 17.990 Euro. Im Basispreis sind Klimaanlage, Radio, elektrische Fensterheber und Start-Stopp-System enthalten, hinzubuchen kann man außer Metallic-Lackierung allerdings nichts. In der nächst höheren Ausstattungsstufe ab 19.990 Euro ist bereits die Serienausstattung üppig: unter anderem mit Klimaautomatik, City-Notbremsassistent, Tempomat, Lederlenkrad, Sieben-Zoll-Display, Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung und CD-Player.

Mit seinem Grundpreis liegt der CX-3 tausend Euro unter dem Basismodell des Opel Mokka, für den der Japaner ein sehr ernsthafter Wettbewerber ist. Zu viel darf man aber nicht mitnehmen wollen.

Einige Daten:

Motorbauart: 2,0-Liter-Ottomotor Leistung: 88 kW (120 PS) Beschleunigung (0–100 km/h): 9,0 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h Normverbrauch: 5,9 Liter je 100 Kilometer CO2-Emission: 137 g/km Testverbrauch: 6,8 Liter je 100 Kilometer Preis: ab 17.990 Euro Ihr Team von www.autoankauf-de.de