Entscheidung in San Francisco: Richter genehmigt Milliardenvergleich von VW

Volkswagen kann in Amerika das wichtigste Kapitel im Abgasskandal schließen: Der Richter billigt einen milliardenschweren Vergleich mit den Kunden. Ausgestanden ist die AffĂ€re trotzdem noch nicht.

Dem Volkswagen-Konzern ist ein großer Schritt bei der juristischen Aufarbeitung der AffĂ€re um Abgasmanipulationen von Dieselmotoren gelungen. Ein Gericht in San Francisco hat am Dienstag den Milliarden teuren Vergleich genehmigt, den VW mit Verbrauchern und verschiedenen amerikanischen Behörden geschlossen hat. Der zustĂ€ndige Richter Charles Breyer sagte, das Abkommen sei „fair, angemessen und vernĂŒnftig“, und es sei „im besten Interesse“ der KlĂ€ger. Sein EinverstĂ€ndnis erlaubt es VW nun, eine Vielzahl von Klagen in Amerika beizulegen.

Hinrich Woebcken, der Amerika-Chef von VW, nannte die Entscheidung des Richters „einen wichtigen Meilenstein auf unserer Reise, die Dinge in den Vereinigten Staaten gutzumachen.“ VW werde nun sicherstellen, den Vergleich fĂŒr die betroffenen Kunden „so nahtlos wie möglich“ umzusetzen. Die Genehmigung war weithin erwartet worden.

Richter Breyer hatte schon in der vergangenen Woche auf einer Anhörung gesagt, er tendiere stark dazu, der Vereinbarung seinen Segen zu geben. Er wollte nur noch EinwĂ€nde prĂŒfen, die Gegner des Vergleichs bei der Anhörung vorgetragen haben. Der Vergleich wurde ursprĂŒnglich schon im Juni geschlossen. Er hat ein Volumen von 15,3 Milliarden Dollar. SpĂ€ter kam noch eine Einigung mit AutohĂ€ndlern ĂŒber eine Zahlung von 1,2 Milliarden Dollar hinzu. Allein an die Besitzer der von Manipulationen betroffenen Autos sollen bis zu 10 Milliarden Dollar fließen.

Strafrechtliche Ermittlungen gehen weiter

Sie sollen entscheiden können, ob sie ihre Fahrzeuge an VW zurĂŒckverkaufen oder ob sie die Autos reparieren lassen. ZusĂ€tzlich sollen sie eine BarentschĂ€digung von jeweils zwischen 5100 und 10.000 Dollar bekommen. Diese Konditionen trafen auf Seiten der Verbraucher offenbar auf breite Zustimmung.