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BMW – Vom Vorreiter zum Nachzügler

BMW – Vom Vorreiter zum Nachzügler

Junge Automarken setzen konsequent auf Elektromobilität und autonomes Fahren – für BMW bleibt der Verbrennungsmotor ein wichtiges Standbein. Die Marke braucht dringend wieder einen Volltreffer.

An Ideen hat es den BMW-Oberen nie gemangelt. Doch immer öfter zeigen sie im 22. Stock des BMW-Vierzylinders Angst vor der eigenen Courage. Nach dem Vorpreschen mit dem Project i verpassten sie den Trend zu luxuriösen Elektroautos – wohl aus Aversion gegen 500 Kilogramm Batteriegewicht. Auch der Leichtbau mit Kohlefasern spielt künftig eine Nebenrolle, obwohl BMW in Leipzig und anderswo eigene Fabrikhallen für die gewebten und geklebten BMW-i-Karosserien errichten ließ. Was ist aus anderen revolutionären Denkansätzen geworden? Neue Bediensysteme wie iDrive haben längst Nachahmer gefunden. Genau wie die modulare Motorenstrategie vom Dreizylinder bis zum V8. Reicht die Innovationsstärke also, um neue Wettbewerber auf Distanz zu halten?

Während junge Automobilmarken konsequent auf Elektromobilität und autonomes Fahren setzen, steckt BMW mit je einem Fuß in der alten und der neuen Welt. Project i gilt nach wie vor als Verlustbringer, Mini hinkt dem Plansoll weit hinterher, 6er und 7er kämpfen gegen die S-Klasse auf verlorenem Posten, die Vierzylinder-Hybride sind knurrige Teilzeit-Dynamiker, die höchsten Zuwachsraten verbucht der 2er Active Tourer – ein bieder gestylter Van mit Frontantrieb, der zur Marke passt wie ein Ketchupfleck zum Hochzeitskleid. Auf der Sonnenseite der Bilanz glänzt die immer stärker nachgefragte X-Palette, die 2017 um einen coupéhaften X2 und einen bombastischen X7 erweitert wird. Der neue 5er, der im kommenden Jahr in Serie geht, und der nächste 3er, der 2018 folgt, müssen unbedingt Volltreffer werden und die Zukunft sichern. Keine leichte Aufgabe, denn das Design wirkt mutlos und die Technik ist evolutionär. Glanzlichter muss die markentypische Sportlichkeit setzen, während beim luxuriösen Verwöhnaroma noch Nachholbedarf besteht.

Elektroantrieb kommt mit Verspätung

Dort, wo Mercedes das große Geld verdient, ist BMW bestenfalls zweiter Sieger. Die S-Klasse mit ihren sechs Varianten dominiert die Konkurrenz. Von 2021 an kommt im oberen Preissegment auch noch ein Elektromobil-Quartett made in Sindelfingen hinzu. Der neue 7er mag ein gutes Auto sein, aber selbst im Schulterschluss mit der 8er-Reihe wird das nicht reichen, um den Stern vom Himmel zu holen. Der 8er ersetzt ab 2018 in drei Karosserievarianten (Coupé, Cabrio, GranCoupé) den 6er und soll den zweitürigen S-Klasse-Modellen Konkurrenz machen: Ohne E-Option, wohl aber als Sechszylinder mit Plug-in- oder 48-Volt-System. Nicht nur der hohe Aufwand und die kleinen Stückzahlen sorgen bei Kritikern für Stirnrunzeln. Sondern auch die Frage, ob dieses konservative Konzept überhaupt bis zum Ende der Laufzeit durchhält. Die Elektrifizierung der Topmodelle ist ein absolutes Muss, geht aber erst 2022 in Serie und kommt damit möglicherweise zu spät.

Was ist bloß aus dem revolutionären Project i geworden? Zum einen müssen i3 und i8 nach der Überarbeitung noch bis mindestens 2022 durchhalten, zum anderen kommt 2021 mit dem i20 ein drittes i-Fahrzeug auf den Markt. Dieser iNext beherrscht in der Endausbaustufe das vollautonome Fahren – hands off, eyes off, brain off. Der große Bruder des i3 im Format eines 5er mit langem Radstand lädt auf Wunsch induktiv und ist in Bezug auf Motorleistung und Energiedichte in drei Stufen skalierbar. Karosserie und Chassis entstehen in gewichtsoptimierter Mischbauweise – mit Bauteilen aus Kohlefaser-Recycling (Carbon 2.0), Aluminium und Stahl. Die Rede ist vom weiterentwickelten Life-Drive-Konzept des i3, bei dem der Spaceframe-Unterbau mit dem Batterieblock als tragendem Teil und der Aufbau getrennt voneinander vorgefertigt und montiert werden. Der i8-Nachfolger wird aus heutiger Sicht ein reiner Elektro-Sportwagen mit drei Motoren und einer Systemleistung von 550 bis 750PS.

BMW hat kürzlich angekündigt, bis 2020 mindestens 200 000 E-Fahrzeuge bauen zu wollen. Mit dem bisherigen Portfolio an (Teilzeit-)Stromern ist das nicht zu schaffen. Diese Aufgabe müssen der Elektro-Mini (2019), der elektrifizierte X3 (2018, zunächst nur für China) und der modellgepflegte i3 (2017, dann auch als stärkerer i3S) übernehmen. Obwohl sich der E-Mini im Teileregal des i3 bedient, reicht der Platz nur für eine Reichweite von 140 Kilometern. Erst 2022 kommt ein Batterieauto im Format der 3er-Reihe. Die viertürige Limousine verbindet Elemente der bestehenden Plattform mit einem Flachspeicher-Mittelstück, in dem die Batterien untergebracht sind. Kolportiert werden zwei Varianten: ein Heckmotor-Modell mit 235 kW Leistung und eine über 300 kW starke Version mit zwei E-Maschinen.

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