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Alles über Nissan Navara: So geschmeidig fährt der neue Navara

Revolution in der Pickup-Szene: der neue Nissan Navara kommt mit Schraubenfedern, Das haben wir ausprobiert, und den Rest des nagelneuen NP300 natürlich auch. Bei den Midsize-Pickups haben wir lange darauf gewartet: als 2009 bei Chrysler der neue RAM-Pickup mit Schraubenfedern an der Hinterachse auf die Bühne der Detroit Autoshow fuhr, klang das nach einem Weckruf für die Branche. Doch nicht nur bei den dicken Brummern, auch bei den im Rest der Welt beliebteren mittelgroßen Pickups blieb es weiterhin bei der Postkutschentechnik für die Hinterachsen. Denn eine Starrachse mit einem Blattfederpaket nicht nur zu federn, sondern gleichzeitig zu lenken, spart ganz einfach Entwicklungs- und Produktionskosten, und Pickups werden mit der ganz spitzen Feder kalkuliert. Nun ist es also soweit und mit Nissan der erste Anbieter im Midsize-Segment auf dem Markt, der sich von der Antikfederung verabschiedet. Längs- und Querlenker, Schraubenfedern, die Starrachse klingt jetzt schon auf dem Papier der technischen Beschreibung viel komfortabler als zuvor. Warum der neue Navara übrigens vollständig „Nissan NP300 Navara“ heißt, ist schnell erklärt: wie zuvor, als das Vorgängermodell MD22 als günstige Einstiegsvariante gleichzeitig zum aktuellen Navara angeboten wurde , bleibt auch der (noch) aktuelle Navara MD40 weiter lieferbar, wenn Anfang 2016 die Auslieferung der neue Generation beginnt. Keine Experimente: das steht als großes Thema über der vierten Generation des Nissan Navara. Keine revolutionär neue Optik, sondern eine moderne Interpretation des bekannten Outfits stand für die Designer auf dem Programm. Bei der Frontgestaltung wurden Anleihen beim (in Westeuropa nicht mehr angebotenen) Nissan Patrol genommen. Dazu gehört der Chrom-Kühlergrill mit zwei „Kammern“ neben den Streben und die üppigen, trapezförmigen Chromeinfassungen für die Nebelscheinwerfer in der weit  nach unten gezogenen Schürze. Die Scheinwerfer des Nissan Navara Modelljahr 2016 mit markanter LED-Tagfahrlichtumrandung sind weit nach hinten, die Motorhaube an den Seiten nach oben gezogen, was der Frontpartie eine abgestufte Optik verleiht. In der Seitenansicht fällt die gestrecktere Optik auf. Die wird durch kleinere, weiter nach oben gezogene Fensterflächen erreicht und durch die im oberen Bereich längs abgestufte Motorhaube noch unterstrichen. Wie beim Vorgänger steigt die Fensterlinie ab der B-Säule nach hinten an, allerdings in einem weniger steilen Winkel. Die A-Säule ist – auch für einen günstigeren Luftwiderstand – weiter nach hinten geneigt, die Stufe vom Kabinendach zur Pritschen-Oberseite ist nicht mehr so ausgeprägt. Ebenfalls dem cw-Wert geschuldet ist eine neue Gummilippe, die den Spalt zwischen Kabine und Pritsche reduziert. Die Heckansicht ähnelt dem Vorgänger, allerdings fehlt die großflächige Kunststoffabdeckung am Klappengriff und die Rücklichter sind weit nach vorne gezogen. Die Heckklappe des neuen Nissan Navara 2016 ist oberhalb des Griffs mit einem „Spoiler“ versehen. Die Cockpit-Gestaltung des neuen Nissan Navara hat aktuelle Nissan-SUV als Vorbild. So entspricht das Multifunktionslenkrad im Design jenem im neuen Nissan Qashqai , zwei Rundinstrumente rahmen einen zentralen Farbbildschirm ein, der mittige Armaturenträger wurde gründlich entschlackt. Unterhalb des Multimediaschirms befindet sich die Bedieninsel für die Klimasteuerung, auf dem Armaturenbord ist jetzt wie beim VW Amarok eine Ablageschale mit 12V-Steckdose untergebracht. Die Verarbeitung im Vorserien-Testwagen ist einwandfrei, alles fasst sich gut an, das Material entspricht dem Preisniveau. Der Doppelkabiner, schraubengefedert und präzise angelenkt, schreitet dagegen sehr souverän über die Unebenheiten, keilt nicht aus, wippt nicht nach. Auch wenn spürbar ist, dass da hinten eine beleibte, schwere Starrachse im Zaum gehalten werden muss – der Komfortgewinn ist ein Riesenunterschied. Gleiches gilt auch für den Geländeteil der ersten Testfahrt. Geröll, größere Findlinge, ein paar knackige Abfahrten: Obwohl unbeladen und daher noch verhältnismäßig steifbeinig, er hat eindeutig den Flow, der neue Nissan NP 300 Navara. So geschmeidig, wie er durch das Gelände fließt, verschränkt er auch: Trotz hinterem Stabi ist der Ein- und Ausfederweg beachtlich und dem Blattfedermodell klar überlegen. Die Hinterachssperre kann bei dieser ersten Testfahrt ausbleiben, sie ist arbeitslos. Auf der Straße überzeugt neben dem klar besseren Fahrkomfort auch die bessere Achsführung an der Hinterhand, was zu einem präziseren Fahrgefühl und bei engagierter Kurvenfahrt außerdem zu einem sauberen „Strich“ führt. Neuer Dieselmotor im Navara Die neue Maschine, im Testwagen war der 190 PS-Biturbo verbaut, macht ihre Sache ganz gut, ohne dabei spektakulär zu wirken. Der Druck bei niedrigen Drehzahlen ist vorhanden und es geht rasch vorwärts, eine Rakete ist der Navara in Verbindung mit der ebenfalls neuen Siebenstifen-Automatik jedoch nicht. Klar ein Nutzfahrzeug, moderne SUV fahren mit ähnlicher Leistung erheblich dynamischer als der Fünfmeter-Dampfer. Ein bisschen schade, wo sie ihm schon so viele neue Technik eingebaut haben: es gibt auch weiterhin keinen permanenten Allradantrieb. Praktisch beim parken, im Gelände und beim ankuppeln von Anhängern: Das internettaugliche NissanConnect-System kann um einen „Arroundview“-Modus erweitert werden, der den Wagen mit vier Kameras aus der Vogelperspektive auf dem Monitor abbildet. Ohne dieses System kann eine Rückfahrkamera geordert werden, die ihr Bild im Innenspiegel darstellt. Bemerkenswert: Der neue autonome Notbremsassistent ist bereits bei der günstigsten Visia-Ausstattung verbaut, ebenso wie Bergan- und -abfahrassistent, Sitzheizung und ein Freisprechtaugliches Radio. Dafür muss man im Visia mit offenen Fenstern für Kühle sorgen, eine Klimaanlage gibt es erst ab der Acenta-Ausstattung. Im Doppelkabiner nimmt Nissan mehr Rücksicht auf die hinten reisenden Passagiere. Das zeigt sich in der bequemeren Lehnenneigung der Sitzbank und der eigenen Klima-Steuerung in der Mittelkonsole: der neue NP 300 Navara soll auch im Familieneinsatz punkten. Und damit der Familienfrieden auch im Falle eines Defekts nicht nachhaltig gestört wird, hat Nissan nun bei der Werksgarantie ordentlich nachgelegt, Fünf Jahre, maximal 160.000 Kilometer, steht Nissan künftig für Fehler am NP300 Navara gerade. Das gilt übrigens auch für den bisherigen Navara und ist im Nutzfahrzeugbereich eine relativ generöse Regelung. Die Preisspanne des neuen Nissan NP300 Navara ist relativ übersichtlich, sie reicht von rund 30.000 Euro für den einfach ausgestatteten 160-PS-Doppelkabiner bis zu rund 40.000 Euro für die Topversion mit 190 PS und voller Tekna-Ausstattung. Beim blattgefederten KingCab. ausschließlich mit dem 160-PS-Turbodiesel zu haben, startet es für die Allradversion bei 27.400 Euro. Fazit: Ein erheblicher Komfort-Gewinn, moderne Ausstattung und ab sofort fünf Jahre Garantie. Gut möglich, dass der neue Nissan NP300 Navara im kommenden Jahr bei den Pickup-Verkäufen kräftig abräumt. Das Gesamtpaket passt. Lange Lieferfristen sind hoffentlich nicht zu befürchten, denn die Europamodelle kommen ausnahmslos aus dem spanischen Nissan-Werk nahe Barcelona. Ihr Team von autoankauf-de.de Autoankauf in München